Der Mongole

DER MONGOLE erzählt von dem monumentalen Aufstieg des jungen Temudgin zu einem der legendärsten Stammesführer der Geschichte: Dschingis Khan.
Sommer 1172. Temudgin, Sohn eines Khans, findet in dem Mongolenmädchen Borte seine große Liebe. Eine Liebe, die Jahre voller Gewalt, Leid und Tod überstehen wird. Die Entführung Bortes durch einen verfeindeten Stamm gleicht Temudgin einer Kriegserklärung. Er zieht in einen opferreichen Kampf für seine Liebe und erkennt seine Bestimmung: Er muss als Khan aller Mongolen sein Volk vereinen und in eine sichere Zukunft führen…

PRESSENOTIZ

„Verachte nie ein schwaches Junges, es könnte ein brutaler Tiger werden.“
– mongolisches Sprichwort –

Gedreht an Originalschauplätzen in der Mongolei, lässt DER MONGOLE eine längst vergangene, bedeutende Episode der Weltgeschichte wieder aufleben – das Leben und die Legende von Dschingis Khan, der 1162 als Temudgin, Sohn eines mongolischen Clanchefs, geboren wurde. Der preisgekrönte russische Regisseur Sergei Bodrov und sein Ko-Autor Arif Alijev hielten sich für ihre Nacherzählung der frühen Jahre Dschingis Khans an die Erkenntnisse führender Geschichtswissenschaftler. Sie zeigen ihn von seiner gefahrvollen Kindheit bis zu seinem Sieg in der Entscheidungsschlacht um die Vorherrschaft bei den Mongolen als vielschichtige Persönlichkeit; eben nicht als das Klischee vom gnadenlosen Monster, sondern als mitreißenden, furchtlosen und visionären Anführer.

Der gefeierte japanische Shooting-Star Tadanobu Asano (ZATOICHI – DER BLINDE SAMURAI) verkörpert den legendären Eroberer. Ihm zur Seite stehen die Newcomerin Khulan Chuluun als Temudgins mutige Frau Borte und der chinesische Schauspieler Sun Hong Lei (HEIMWEG – THE ROAD HOME) als sein Blutsbruder und späterer Todfeind Jamukha. Vor einer atemberaubenden landschaftlichen Kulisse fügen sich Kampfszenen und emotionale Momente zu einer dramatischen Geschichte des Überlebens und des Triumphs einer willensstarken Persönlichkeit – und zu einer ergreifenden, zeitlosen Liebesgeschichte.

DER MONGOLE war als Kandidat für Kasachstan als „Bester fremdsprachiger Film“ für den Oscar® 2008 nominiert.

Funny Games U.S.

Funny Games U.S. – das Spiel beginnt.
George, Ann und ihr kleiner Sohn Georgie ahnen zunächst nicht, dass ihre idyllischen Sommerferien bald in einem Alptraum enden. Während Vater und Sohn das Segelboot zu Wasser lassen, bereitet Ann das Essen vor. Plötzlich steht Peter, der junge, sichtlich wohlerzogene Gast der Nachbarn in der Tür und bittet um ein paar Eier. Als er sie fallen lässt und neue verlangt, wird Ann stutzig. Bald taucht ein zweiter junger Mann auf – Paul. Aus dem scheinbar freundlichen Besuch wird ein offen perfider Machtkampf. Die beiden Eindringlinge fordern die Kleinfamilie zu einer eiskalten Wette auf: Entweder schaffen es die drei, sich innerhalb von 12 Stunden zu befreien oder sie sind tot. Ein Spiel mit vollem Einsatz und unberechenbarem Ausgang…

Funny Games U.S. – man wählt eine Familie, und dann das erste Opfer… Dies sind die einfachen Regeln von Peter und Paul, die Familien wie die Farbers in den Hamptons besuchen.

FUNNY GAMES U.S. fasziniert als einzigartiger und provozierender Thriller. Auf subversive Art stellt Hanekes neuer Film die Sehgewohnheiten des Kinopublikums in Frage. Naomi Watts (KING KONG, RING, 21 GRAMM) und Tim Roth (PULP FICTION, PLANET DER AFFEN) liefern sich als terrorisiertes Elternpaar eine atemberaubende schauspielerische Tour de Force mit Michael Pitt (THE VILLAGE – DAS DORF, DIE TRÄUMER, LAST DAYS) und Brady Corbet (DREIZEHN, 24). Der 12jährige Devon Gearhart als Sohn Georgie ist eine echte Entdeckung.

Michael Haneke (DIE KLAVIERSPIELERIN), einer der bedeutendsten Regisseure des europäischen Gegenwartskinos (Regiepreis 2005 in Cannes und beim Europäischen Filmpreis für CACHE), inszeniert mit FUNNY GAMES U.S. seinen ersten amerikanischen Kinofilm.

Märzmelodie

Die Sprache der Gefühle ist das Singen von Liedern.

Anna (Alexandra Neldel) ist Grundschullehrerin und ein nervliches Wrack. Die Schüler machen mit ihr, was sie wollen. Thilo (Jan Henrik Stahlberg) ist Schauspieler – hauptsächlich allerdings auf seiner Visitenkarte. Um Geld zu verdienen, verkauft er in einem Callcenter Wein, oder besser: er versucht es. Eines Tages spielen die gemeinsamen Freunde Valerie (Inga Busch) und Moritz (Gode Benedix) Schicksal und bringen die beiden zusammen. Doch auch das läuft schief: Anna bekommt einen kleinen Nervenzu-sammenbruch und Thilo – verliebt sich! Hals über Kopf! Sie müssen jedoch erst ihre eigenen Probleme lösen, ihrer Wirklichkeit ins Auge sehen, sich eingestehen, dass sie etwas in ihrem Leben verändern müssen. Und so ganz allmählich machen sich Anna und Thilo auf den Weg zu sich selbst und zueinander, denn mit Liebe und Musik schreibt das Leben die schönsten Geschichten…

Jeder hat sie, die Szenen und Situationen seines Lebens, die er mit einer besonderen Musik, einer Melodie verbindet. Die erste Liebe, die Trennung, Siege, Krisen und Niederlagen und die Songs dazu. Regisseur Martin Walz hat die Lieder in Gedanken konsequent weitergeführt und lässt seine Figuren im Film nun nicht nur reden, sondern auch singen.

Er hat mit MÄRZMELODIE ein völlig neues Filmgenre kreiert: kein klassisches Musical mehr, sondern eine „Melodische Liebeskomödie“. Die Protagonisten interpretieren in jeder Situation die passenden Lieder. Das Besondere daran: Sie singen nicht selbst, sondern die Originalsongs von deutschen Rockgrößen wie Udo Lindenberg, Rio Reiser oder Element of Crime werden den Darstellern in den Mund gelegt. Die Liedtexte passen, als wären sie Teil des ganz normalen Dialogs. Sie fügen sich nahtlos in das Gespräch, als würden sie gerade hier entstehen oder seien nur für diesen einen Moment gemacht.

Mondkalb

Auf der Suche nach einem Neuanfang zieht Alex (Juliane Köhler) ins Haus ihrer verstorbenen Großmutter, um sich in der Kleinstadt ihrer Kindheit zurückzuziehen. Sie will sich raushalten – aus Gesprächen, Beziehungen, dem Leben. Auch der 12jährige Tom (Leonard Carow) ist abgetaucht. Wie ein Geist heftet er sich an Alex‘ Fersen. Er lässt sich nicht abwimmeln, genauso wenig wie der redselige Piet (Axel Prahl), der Tom Vater und Mutter zugleich sein muss und der Alex für sich gewinnen möchte. Ganz allmählich beginnen sie sich zu öffnen und einander anzunähern. Das ist ein Anfang – doch dann zündet Tom das Auto seines Vater an…

MONDKALB ist das berührende Porträt von Menschen, die in unterschiedlichen Welten leben und deren Wege sich schicksalhaft kreuzen. So unvereinbar ihre Auffassungen von Leben und Liebe zu sein scheinen, so sehr sehnen sie sich nach Nähe. Langsam öffnen sie sich einander, aber keiner von ihnen kann aus seiner Haut. Bis sie begreifen, dass sie füreinander Verantwortung übernehmen müssen.

Regisseurin Sylke Enders, die für ihren ersten Kinofilm KROKO mit dem Deutschen Filmpreis in Silber ausgezeichnet wurde, inszenierte ihr vielschichtiges Drehbuch stilsicher mit einem Ensemble exzellenter Darsteller, angeführt von Juliane Köhler (AIMEE UND JAGUAR, NIRGENDWO IN AFRIKA) und Axel Prahl (HALBE TREPPE, DU BIST NICHT ALLEIN) sowie der beeindruckenden Entdeckung Leonard Carow in der Rolle des Sohnes Tom.

MONDKALB war der Eröffnungsfilm der Internationalen Hofer Filmtage 2007.

Das Herz ist ein dunkler Wald

Ein Mann, eine Frau, zwei Kinder: eine Familie. Thomas (Devid Striesow) ist Musiker, Marie (Nina Hoss) war ebenfalls Musikerin, bevor die Kinder kamen. Eines Morgens fährt Thomas zur Arbeit und vergisst seine Geige zuhause. Marie radelt ihm mit dem Geigenkasten nach. Und stellt fest: Nicht weit entfernt, in einem anderen Haus, hat Thomas noch eine andere Familie, noch eine Frau, noch einen Sohn. Maries Welt bricht zusammen. Sie versucht, Thomas zur Rede zu stellen und verfolgt ihn bis zu seinem nächtlichen Konzert bei einem Kostümball auf einem maroden Schloss. Langsam kommt sie hinter das Geheimnis ihres Mannes. Und langsam zerfällt dabei ihr bisheriges Leben, während ein Drang nach Befreiung erwacht…

Manche Katastrophen kommen ganz leise, ohne sich anzukündigen. Und jeder Versuch, sie zu überstehen, sie zu erklären, lässt einen nur noch tiefer in der Verzweiflung versinken. Maries scheinbar harmonisches Leben zerbricht innerhalb von Sekunden in Stücke. Übrig bleiben scharfkantige Scherben, und die Frage, wie stark eine Frau und Mutter sein kann, und wie schwach sie sein darf.

Mit DAS HERZ IST EIN DUNKLER WALD hat die mehrfach preisgekrönte Schauspielerin Nicolette Krebitz nach JEANS ihren zweiten Langspielfilm inszeniert. Ohne Berührungsängste erzählt sie eine klassische Tragödie, die strukturell jedoch neu und modern ist und auf Ängsten aufbaut, die jeder kennt: Was passiert, wenn meinem Leben die Basis entzogen wird? Und – wie befreie ich mich daraus?

Mit Nina Hoss und Devid Striesow interpretieren zwei der momentan hochkarätigsten und vielschichtigsten deutschen Schauspieler diese mutige tour de force. In weiteren Rollen sind u.a. Franziska Petri, Marc Hosemann, Monica Bleibtreu und Otto Sander zu sehen. Produziert wurde DAS HERZ IST EIN DUNKLER WALD von Tom Tykwer (DAS PARFUM, LOLA RENNT) für
X Filme.

Ulzhan – Das vergessene Licht

Die Weite Kasachstans. Endlos bis zum Horizont. Hier strandet der Franzose Charles (Philippe Torreton), der nach einer Familientragödie weg will von seinem einstigen Leben, rigoros den Schlussstrich zieht. Sein Ziel ist der heilige Berg Khan Tengri, wo sich einst die Schamanen in Ruhe zum Sterben zurückzogen. Der Fremde durchquert ein Land im Umbruch per Flugzeug, Auto und zu Fuß, bringt Tausende von Kilometern hinter sich. Dabei begegnet er auch eines Tages einer geheimnisvollen Gestalt, einem Schamanen namens Shakuni (David Bennent), der mit seltenen Worten handelt. Zufällig landet Charles in einem Dorf, wo er auf die junge Nomadin Ulzhan (Ayanat Ksenbai) trifft, von der er ein Pferd kauft, um seinen Weg fortzusetzen. Gegen seinen Willen heftet sich die junge Frau an seine Fersen, folgt dem vom Schicksal gezeichneten Mann durch karge Steppe, nuklear verseuchtes Atomtestgebiet, endlose Ölfelder, in denen Bohrtürme wie Menetekel gen Himmel ragen, bis zum Heiligen Berg an der Grenze zu China. Im Gebirge angekommen, bittet Charles seine Begleiterin ein letztes Mal darum, ihn endgültig allein zu lassen. Bevor Ulzhan ohne einen Blick zurück ins Tal reitet, bindet sie vorher noch sein Pferd an einen Felsen, in der Hoffnung, dass Charles wiederkommen wird…

PRESSENOTIZ

Es ist ein sehr lyrischer Film, eine Liebesgeschichte fast ohne Worte. Zur Abwechslung mal keine Literatur, keine Politik, auch keine Vergangenheitsbewältigung, sondern reine Kür, eine Hymne auf das Leben.
Volker Schlöndorff

Das Leben. Die Liebe. Der Tod. Ein Mann. Eine Frau. Ein Schamane. In den endlosen Weiten Kasachstans führt sie die Bestimmung zusammen. Den Franzosen, der alles verloren hat, die bedingungslos liebende Nomadin, den fröhlichen Händler der Worte. Ein dramatischer und spiritueller Schicksalsreigen, der sich im majestätischen Felsgestein des mystischen Berges Khan Tengri entscheidet.

Nach dem Drehbuch von Jean-Claude Carrière erzählt Oscar-Preisträger Volker Schlöndorff (DIE BLECHTROMMEL) von einem nahezu schweigsamen Kampf zwischen einem Mann, der sich nach einem schweren Verlust aufgeben will und einer Frau, die ihn wie ein Engel schützt und entschlossen ist, ihn zu retten. Durch die superbe Kamera von Tom Fährmann entwickelt einer der letzten weißen Plätze auf der Landkarte eine sensationelle und suggestive Bildkraft – eine erhabene Hymne auf das Leben, eine Meditation.

Meine schöne Bescherung

Sara (Martina Gedeck) ist glücklich – sie liebt Jan (Heino Ferch), ihren vierten Ehemann, und ihre zusammengewürfelte Familie, zu der drei Kinder von drei verschiedenen Männern sowie Jans Sohn aus erster Ehe zählen. Zum Fest der Liebe hat Sara sämtliche Ex-Ehepartner samt neuem familiärem Anhang eingeladen. Jan ist alles andere als begeistert, doch ehe er das drohende Unheil abwenden kann, stehen schon alle vor der Tür. Ein Abend mit kleinen Sticheleien und großen Gemeinheiten nimmt seinen Lauf, mit Männergesprächen in der Sauna und Eifersüchteleien. Geheimnisse werden gelüftet, Missverständnisse kultiviert und als krönender Höhepunkt platzt Sara vor versammelter Mannschaft mit ihrem X-mas-Geschenk für Jan heraus: Sie ist schwanger! Dumm nur, dass Jan als Vater ausscheidet, dumm auch, dass Sara das nicht weiß…

Bitterböse, voll sprühend intelligentem Witz und tief schwarzem Humor – Regisseurin Vanessa Jopp ist nicht nur eine turbulente Beziehungs-Komödie geglückt. MEINE SCHÖNE BESCHERUNG ist auch emotionale Liebesgeschichte und Zeitgeist-Barometer. Schließlich geht es um das, was alle bewegt: Beziehungen, Zusammenleben, Verwandtschaften und Wahlverwandtschaften, offene und versteckte Konkurrenzkämpfe, Eifersuchtsattacken und überschäumende Emotionen – die moderne Puzzle-Familie von Sara und Jan ist ein aktueller Kompass für die Befindlichkeiten in den Lebens- und Liebesgemeinschaften des 21. Jahrhunderts.

Im Geschlechter- und Beziehungskampf beweist neben Martina Gedeck und Heino Ferch in den Hauptrollen ein beachtlicher Cast sein komödiantisches Talent: Jasmin Tabatabai, Meret Becker, Rainer Sellien, Roeland Wiesnekker, Rosa Enskat, Andreas Windhuis, Matthias Matschke, Ursula Doll, Alexandra Neldel, Petra Kelling, Feo Aladag, Bjarne Ingmar Mädel und Eva Löbau. MEINE SCHÖNE BESCHERUNG ist eine X Filme Creative Pool Produktion von Manuela Stehr (ALLES AUF ZUCKER!, DER ROTE KAKADU).

Liebesleben

Eigentlich hat Jara (NETTA GARTI) alles: Sie ist glücklich verheiratet, hat beste Aussichten auf eine Karriere an der Universität, lebt in einer schönen Wohnung und kann sich auf ihre Familie verlassen, die trotz einiger Schwierigkeiten zusammenhält. Doch als sie dem viele Jahre älteren Arie (RADE SHERBEDGIA) begegnet, einem Freund ihres Vaters, gerät ihre heile Welt vollkommen aus den Fugen: Sie verfällt seiner faszinierenden erotischen und widersprüchlichen Anziehungskraft. Neugierig und lebenshungrig wirft sie sich in den Strudel einer amour fou, die alle Dämme ihrer bisherigen Existenz niederreißt. Dabei erkennt sie nicht nur, dass ihre Eltern (TOVAH FELDSHUH und STEPHEN SINGER) ein Geheimnis hüten, zu dem Arie der Schlüssel ist. Sondern auch, dass keine Liebe, kein Mann allein ihr Leben bestimmen dürfen…

Das fulminante Regiedebüt von Maria Schrader porträtiert die obsessive Liebesgeschichte zwischen der jungen Jara und dem um viele Jahre älteren Arie als den leidenschaftlichen Kampf eines ungleichen Paares. Atemberaubend und atemlos kreist LIEBESLEBEN um die Rätsel der Liebe, der Begierde, der geheimen Sehnsüchte und Ängste: Eine sinnliche, leidenschaftliche amour fou. Nach dem gleichnamigen Bestseller der israelischen Autorin Zeruya Shalev erzählt Schrader eine universelle Geschichte über die faszinierende Kraft der Erotik, das Spiel von Macht und Unterwerfung und den schweren Weg zu sich selbst. Eine Geschichte aus dem jungen und lebhaften Israel, die nicht vom Krieg im Krisengebiet handelt, und dennoch unterschwellig von ihm aufgeladen wird.

LIEBESLEBEN ist das Regiedebüt der Schauspielerin Maria Schrader (u.a. AIMEE UND JAGUAR), die gemeinsam mit Laila Stieler (u.a. Drehbuch für Andreas Dresens WILLENBROCK) auch das Drehbuch schrieb. LIEBESLEBEN ist eine Produktion von X Filme in Co-Produktion mit Transfax Film Production/Tel Aviv, dem Bayerischen Rundfunk und Arte und wurde gefördert von der Filmstiftung NRW, FFA, BKM und dem Medienboard Berlin-Brandenburg.

Die drei Räuber

Die Zeichentrickverfilmung von Tomi Ungerers Bilderbuchklassiker „Die drei Räuber“ (über 500 000 verkaufte Exemplare) ist eine ganz wunderbare Mischung aus Fantasie, Poesie, entwaffnendem Charme – und der richtigen Portion kindlicher Frechheit und Anarchie.

Animiert im Stil des genialen Zeichners und Illustrators Tomi Ungerer („Das große Liederbuch“) spinnt der Film (Regie: Hayo Freitag; „Käpt’n Blaubär“) die Geschichte von Tiffany und den drei Räubern kunstvoll weiter. Die neuen, spannenden Abenteuer werden mit viel augenzwinkerndem Humor erzählt, ohne freilich die Botschaft des Buches zu verwässern, die da lauten könnte: Räuber sind die besseren Menschen! Oder: Frechheit siegt!

Leroy

Leroy ist 17 Jahre, deutsch – und schwarz. Auf dem Kopf hat er einen großen Afro. Statt Hip-Hop zu hören, spielt er lieber Cello und hängt mit seinen Kumpels dem Halbgriechen Dimi und dem Palästinenser Achmed ab. Und alle haben eine Freundin, nur Leroy nicht. Als sich ausgerechnet die süße Eva auf dem Schulhof in ihn verguckt, ist niemand überraschter und beglückter als Leroy selbst. Doch das erste Verliebtsein entpuppt sich als ganz schön kompliziert. Evas Familie ist so rechts, dass sie selbst ihre Wellensittiche nach Hitlers Generälen benannt hat. Ihre fünf glatzköpfigen Brüder wollen sich den schwarzen Freund der Schwester natürlich lieber heute als morgen vorknöpfen. Doch so einfach gibt Leroy nicht auf. Er trommelt seine Leute zusammen, kämpft um seine Liebe und lässt auf seine ganz eigene Art die Black-Power-Bewegung wieder aufleben, getreu dem Motto: „Werdet funky statt fascho!“

Armin Völckers Komödie LEROY schickt ihren coolen jungen Helden auf den Spuren des lässigen Blaxploitation-Kinos der Siebziger durch den Großstadtdschungel Berlins, das Abenteuer der ersten Liebe und die Gefahren des Andersseins. LEROY ist dabei nicht nur politisch herrlich unkorrekt und nimmt kein verschämtes Blatt vor den Mund, sondern hat auch einiges Wichtiges zu sagen. Die Produktion von Oliver Stoltz (LOST CHILDREN, KNOCKIN‘ ON HEAVEN’S DOOR) zeigt, dass man von Rassismus und Gewalt auch frech und frei von moralinem Ballast erzählen kann. LEROY macht jede Menge Spaß und begegnet Intoleranz und brauner Dummheit mit hemmungslos schwarzem Humor. Den richtigen Beat bekommt Leroys Reise mit eigens für den Film produzierten Songs afro-/deutscher Hip-Hop-Stars wie Afrob, Curse, Harris, Clueso und zum Soundtrack beigesteuerten Songs von Seeed und Jan Delay.