Filmpädagogische Begleitmaterialien: „#Female Pleasure“ im Unterricht

Ab 8. November im Kino: „#Female Pleasure“

„Das bin ich!“ – Eigentlich sollte jede/r diesen Satz so selbstbewusst wie möglich sagen können. Ein Satz, der ausdrückt, das man sich kennt, seine Gedanken, seine Stärken, seine Schwächen, seinen Körper. Dass man zu sich steht, ganz gleich, welches Geschlecht man hat. Wie schwierig dies gerade für Frauen sein kann, beleuchtet Barbara Miller in ihrem Dokumentarfilm „#Female Pleasure“. Denn der Frauenkörper und die gesellschaftliche Rolle der Frauen erweisen sich als Objekte eines durch und durch männlichen Blicks.

Anhand der Geschichten von fünf Protagonistinnen zeigt die Regisseurin, auf welche Art und Weise Frauen weltweit diskriminiert werden und welche Folgen dies für deren Selbstverständnis sowie die gesamtgesellschaftliche Wahrnehmung von Frauen hat. Gestreift werden unter anderem religiös begründete Zwangshochzeiten, Missbrauch innerhalb religiöser Vereinigungen, weibliche Genitalverstümmelung, eine gesellschaftlich festgeschriebene Minderwertigkeit von Frauen sowie eine Tabuisierung der weiblichen Geschlechtsorgane. „Das bin ich!“ sagen zu können, erweist sich oft als Herausforderung oder als Ergebnis eines langen, schwierigen Wegs.
 

Indem der Filmtitel den Aspekt der weiblichen sexuellen Lust betont, wirkt er bewusst provozierend und kämpferisch. Aber die Stärke des Films ist es, dass er sich keineswegs nur auf Sexualität im engeren Sinne konzentriert, sondern allgemeine Fragen über Machtverhältnisse zwischen Männern und Frauen stellt, noch dazu aus einer globalen Perspektive. Insofern ist „#Female Pleasure“ ein Film, der einen wichtigen Beitrag zur Genderdebatte darstellt und sich für die Rechte von Frauen einsetzt. Dass er sich dabei
keineswegs nur an Frauen richtet, sondern auch Männer anspricht, zeichnet ihn überdies aus und betont die Relevanz des Themas.

„#Female Pleasure“ eignet sich insbesondere für Schüler/innen ab der 10. Jahrgangsstufe und ab 15 Jahren und bietet vor allem Anknüpfungspunkte für die Schulfächer Deutsch, Ethik/Religion und Kunst.
 

 

Aufbau und Ziel dieser Begleitmaterialien

Die filmpädagogischen Begleitmaterialien geben Anregungen, wie „#Female Pleasure“ im Schulunterricht eingesetzt werden kann. Eine inhaltliche Auseinandersetzung ist dabei ebenso wichtig wie eine Beschäftigung mit der filmischen Gestaltung, durch die die Wahrnehmung sensibilisiert werden soll. Auf einen Abriss des Handlungsverlaufs folgt eine Darstellung ausgewählter Themen des Films. Diese werden mit Verweisen auf Arbeitsblätter verbunden, die im Unterricht als Kopiervorlagen verwendet und vor und nach dem Kinobesuch bearbeitet werden können. Anregungen zur Lösung finden Sie im ersten Teil des Schulmaterials.

Auf eine ausgearbeitete Musterlösung wird bewusst verzichtet, um die Auseinandersetzung mit dem Film nicht auf eine einzige vorgegebene Interpretation einzuschränken. Es ist nicht notwendig, die Unterrichtsvorschläge oder Arbeitsblätter vollständig und chronologisch zu bearbeiten. Wählen Sie vielmehr solche Aufgaben aus, die Ihnen für die Arbeit mit Ihren Schülern/innen und für den gegebenen Zeitrahmen sinnvoll erscheinen, und modifizieren Sie diese gegebenenfalls, damit sie sich in Ihren Unterricht optimal einfügen.
 

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