Ein Jahrhundert – Eine Familie – Drei Generationen.
Ein Stück bayerische Geschichte.

Mit bayerischer Wucht und dabei auch poetisch zeigt Autor, Regisseur und Schauspieler Josef Bierbichler in „Zwei Herren im Anzug“ nach Motiven seines erfolgreichen Romans „Mittelreich“ ein Familienepos, in dem gleichzeitig deutsche Geschichte von 1914 bis heute und ein großes Stück Heimat erzählt wird.

Filmbewertung

DrehbuchJosef Bierbichler

OriginaltitelZwei Herren im Anzug

Produzent/inStefan Arndt
Uwe Schott

RegieJosef Bierbichler

HauptdarstellerJosef Bierbichler
Simon Donatz
Martina Gedeck
Sophie Stockinger

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Kommentare

  1. Gerade komme ich von der „Weltpremiere“ in Andechs zurück.
    Leider ist der Film viel zu lang ( fast 3 Stunden ), da hat sich der Sepp von nichts trennen können.
    Aber es sind tolle Szenen drin und ein Aufgebot an guten Schauspielern. Was allerdings die titelgebenden zwei Herren im Anzug (einer ist der ehemalige Kammerspielintendant Johan Simons) bedeuten sollen, hat sich mir nicht erschlossen. Hervorragend ist die dramaturgische Idee, das Ganze in Rückblenden bei einem Diskurs zwischen Vater und Sohn nach der Beerdigung der Mutter spielen zu lassen.
    Aber den fast 500 Zuschauern (darunter über 100 Mitwirkende) hat es – dem Beifall nach zu beurteilen – gefallen und die Schauspieler bekamen verdientermaßen viel Applaus.

    Antworten 18. März 2018 um 16:20 Uhr
    1. Hallo Bernd, das finde ich nicht so. Für mich ist der Film zu kurz, der könnte ruhig etwas länger sein. Gerade die letzten 30 Min. bringt dieser Film es so richtig auf den Punkt und die Emanzipation von Martina G. richtig klasse. Mir hat der Film echt gut gefallen und würden ihn jeder Zeit ein zweites mal anschauen.

      Dieter Lebert
      Antworten 20. März 2018 um 23:42 Uhr
      1. Hallo Dieter, hallo Bernd,
        ich habe der Film wirklich toll gefallen und soll nie diesen Film, dieser Geschichte vergessen.
        Ich bin Engländer, zwei Jahre altere wie Josef Bierbichler. Verheiratet für 20 Jahre mit einer tolle Bayerische Frau. Als Kind bin ich mit Hollywood und Walt Disney aufgezogen. Aber Bierbichler’s Film liegt außerhalb den Fähigkeiten, den Leistungen des Westen-Filmindustrien.
        Denk dran! Soll nie vergessen aber muss auch wieder sehen und wieder mit leben.

        Peter Pollard
        Antworten 16. April 2018 um 23:31 Uhr
  2. Dieser Film ist eine Zumutung- vielen vielen Dank dafür. Ich habe den Film gestern gesehen und bin sicher, er wird noch lange nachwirken. Ich hatte eine mehr oder weniger bäuerliche Familienchronik erwartet und wusste im Ansatz um Semis Geschichte. Die ganz andere Dimension aber, die sich mit den zwei Herren im Anzug und mit der Erzählung um Pankraz Trauma entfaltet, das hatte ich so nicht vermutet und auch während des Schauens nicht vorhergesehen. Plötzlich wurde dieser Film für mich aber rund und schlüssig, einzelne Passagen, über die ich mich am Rande gewundert habe, die stellenweise etwas hölzern daherkamen- macht jetzt Alles absolut Sinn im Nachhinein und ist schlicht sehr sehr gut gemacht. Ich bin ganz platt, welche Kraft der Film gegen Ende entfaltet und im Nachhinein froh, wie relativ viel Ruhe und langsames Herantasten einem gelassen wird um sich den Themen anzunähern. Ich habe mich gewundert, warum immer wieder mal diese Schmeissfliegen, wie ich dachte, die wohl gerade um einen gewaltigen …haufen kreisen müssen, zu hören sind. Jetzt ist das sehr schlüssig und im Nachhinein hilfreich um sich heranzutasten an die Geschichte dahinter. Und ich bin dankbar für die sensible und feine Darstellung dieser gewaltigen Begebenheit. Im Kino musste ich nicht weinen, ich konnte nicht, aber jetzt, einen Tag später, wirken die Bilder nach und breiten sich aus.

    Ich glaube der Film kann uns trotz aller Wucht auf einer ganz feinen und auch behutsamen Gefühlsebene Antworten geben auf Fragen, die sicher die allermeisten Menschen bewusst oder unbewusst in sich tragen, und gleichzeitig werden ebensoviele Fragen neu aufgeworfen. Die vielen Themen hat man alle schon mal gesehen oder gehört, es gibt viele gute Filme dazu, dieser ist für mich trotzdem ganz neu, die Kameraeinstellungen sind anders, die Vielschichtigkeit ist anders, das Gefühl das sich festsetzt ist anders. Danke dafür.

    C. V.
    Antworten 20. März 2018 um 11:26 Uhr
  3. Joser Bierbichler hat hier einen Film geschaffen der, von der Kamera und den Bildern locker mit Francis Ford Coppola,Sergio Leone,Martin Scorsese oder Steven Spielberg mithalten kann.Die Geschichte zieht einen ganz langsam in den Bann und entfaltet sich dann sehr hart. Auch die Sequenzen in denen Dinge angedeutet werden….. Hart und eindringlich. Was Trauma bewirkt. Welche Kettenreaktionen Traumen auslösen können. Bestimmt keine leichte Kost. Wahrscheinlich nicht jedermanns Sache. Für mich ein sagenhaft guter Film.Danke dafür!

    Antworten 23. März 2018 um 11:39 Uhr
  4. Fast ein Theaterstück, ein Vermächtnis voll von überbordenden Erinnerungsbildern- Stoff für diesen mit großen Themen beladenen Film – hier lustvoll zu bildhaft eindringlichen Tableaus gegossen…
    Mich begeistert das Panoptikum – die Gemeinschaft „der Kreativen“ mit und um Josef Bierbichler herum, die er hier choreografiert hat : alle schauen gemeinsam in den Abgrund und der auf uns zurück,- jeder spielt seinen ureigenen Akkord dazu, aus dem Aberwitz, der hier überall hervor glotzt.
    Kann einem auch schwindlig dabei werden.
    Passt gut zu dieser widergängerischen Zeit, in der der Schatten auf gespenstische Weise wieder nach vorne zu fallen zu scheint.

    Susanne Palme
    Antworten 25. März 2018 um 7:20 Uhr
  5. Komme gerade aus dem Kino in München und muss ebenfalls sagen, dass dieser gewaltige Film sehr intensiv nachwirkt und mich bestimmt wegen der Tiefe seiner Abgründe noch länger beschäftigen wird. Grandios gespielt und mutig „frei“ zusammensetzt. Jedoch für mich auch stark zerrissen, so als hätten zu viele Menschen das Drehbuch zerpflückt. Die einzelnen Szenen als Tableaus gesetzt wirkte für mich teilweise wie eine dramaturgische Notlösung. Warum den Filmstoff nicht noch länger erzählen, zum Beispiel in einem Zweiteiler? Oder in einer Kino-Serie? Die 138 Minuten blieben bis zum Ende eher eine Kino-Notlösung. Mich hat auch die erzählerische Vater-Sohn-Klammer leider nicht so überzeugen können, obwohl ich das dramaturgische Werkzeug bei dieser zu erzählenden Zeitspanne verstehe. Mir hat insgesamt Nähe gefehlt. Und die beiden Herren im Anzug, eigentlich eine grandiose Idee, fühlten sich ebenfalls an wie eine dramaturgische Klammer, um dem Stoff einen Rahmen zu geben. Ich glaube, dass weniger Einflussnahme dem Filmstoff besser getan hätte. Dennoch herzlichen Dank für diesen ungewöhnlichen und überaus kraftvollen Wurf in unsere gemeinsame Dunkelvergangenheit.

    Nicole Joens
    Antworten 26. März 2018 um 23:15 Uhr
  6. Ein unglaublich beeindruckender Film, deutsche Geschichte in präzisen Bildern – sicher ein erster Ankauf durch das neue Heimatministerium… Wer Deutschland verstehen will, das ganze letzten Jahrhundert – da ist es.
    Grossartige Schauspieler, perfekte Bühnenstücke wie das Fastnachtfest,
    Schuld und Schicksal …

    Juliane Witt
    Antworten 30. März 2018 um 20:27 Uhr
  7. Plötzlich ein Stadtbild und die Leinwand wurde dunkel. Sein sohn ging gerade die Treppe hinunter….Wohl kurz vor dem Schluss hatte unser kino Stromausfall……grotesk…. Diesem film hielten die Projektoren nicht Stand…..wir wurden nach Hause geschickt..unvorstellbar wie der Film selbst….wollen den sehr gut gemachten Film morgen zu Ende schauen…..

    Prädikat sehr wertvoll!!!!!

    Rolf Krüger
    Antworten 31. März 2018 um 22:52 Uhr
  8. Ja, da sind wir nun mal richtig reingefallen auf das Prädikat „besonders wertvoll“.
    Diese angebliche Familiensaga sollte eingestuft sein als teilweise ekelhafter Psychothriller. Verstörende und unvorhergesehen schreckliche Szenen: Der Sohn vergewaltigt seine hilflose Mutter, der Pfarrer missbraucht seinen Schüler, der Vorschlaghammer rast auf das Schwein und tötet es, aus dem Anus schießt die Scheiße. Es ist nicht nötig alles zu zeigen. Das deutlich Zeigen, dient nur dem Exhibitionismus des Hr. Bierbichler.
    Es war verstörend für Zuschauer(innen), wie Darsteller(innen), aber vielleicht war das das Ziel.

    Frauen schneiden schlecht ab im Film: einfältig oder böse oder Luder.
    Endlose langatmige Erzählstränge vom egozentrischen alten Mann. Der Sinn und die Zusammenhänge erschlossen sich die meiste Zeit nicht. Wir sind dann nach der Vergewaltigungsszene (der Mutter) gegangen. Wenn ich das gewusst hätte, hätte ich den Film nicht angeschaut.

    Der Film bleibt im Kopf und verursacht Albträume (wie ein Horrorfilm) und Neues erfahren haben wir nicht viel.

    J. S.
    Antworten 2. April 2018 um 0:26 Uhr
  9. Jetzt habe ich den Film nochmal im Kino gesehen und muss meinen Eindruck von der Premiere revidieren: er ist nicht zu lang, kam mir sogar kürzer vor als 2 1/2 Stunden. Man muss sich halt auf die berührend schönen und die harten Szenen einlassen, dann packt einen die erzählerische Wucht vom Sepp Bierbichler. Also unbedingt anschauen! Was besseres über die Geschichte der oberbayerischen Provinz gibt es nicht.

    Antworten 17. April 2018 um 18:58 Uhr
  10. Ein Film über den wir drei Stunden zu viert gesprochenn haben. Die Szenen hallen immer noch nach. Wahnsinn.

    Brigitte
    Antworten 5. September 2018 um 16:17 Uhr

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